Auge uuf

Ein schöner Flecken Erde

Die Sommeraktion "Auge uuf" in und rund um die Gemeinde Wald mit Hans Hohl

Unterwegs in die Höhe: Die Sommeraktiönler wandern auf dem Weg mit herrlicher Panoramasicht in Richtung "Tanne" oberhalb des Dorfes Wald

Appenzeller Zeitung, 2. August 2004 / Text: Corina Hugentobler / Bilder: Jürg Bühler

WALD. Gut zwei Dutzend Sommeraktiönler haben die Gemeinde Wald mit Hans Hohl wandernderweise "erkundet". Stationen der halbtägigen Wanderung waren die "Höhe", die "Tanne" und schliesslich die "Säge", wo die Wanderer ein feines Mittagessen im Restaurant Linde erwartete.

"I bi gspannt gsee, wer doo alles chont", sagte Hans Hohl ganz zum Anfang der Sommeraktion in Wald. Er sei zufrieden, meinte er dann, es sei ja eine ganze Schar zusammengekommen. Tatsächlich: Gut zwei Dutzend Sommeraktiönler versammelten sich am Morgen auf dem Schulhausplatz, um in Wald auf Entdeckungsreise zu gehen.

Gegründet 1686

"Wald: Ein schönes Flecklein Erde" - Unter dieses Motto stellte Hans Hohl "seine" Sommeraktion. Gegründet wurde das Dorf auf 962 Meter über Meer 1686. Im Jahr 1902 wurde der Wäldler Kirchturm um sechs Meter auf die jetzige Höhe "aufgestockt". "Von da an konnten die Nachbarn uns nicht mehr damit foppen, wir könnten die Uhrzeiger an unserem Turm mit den Ohren schieben", einiges zu erzählen. Nach seinen Ausführungen auf dem Schulhausplatz gings los in Richtung Reservoir in der "Waldebni". Auch davon wusste hans Hohl einiges zu erzählen. Ebenso Walter Meier, der Wasserwart, der mit einigen interessanten Zahlen - aufwarten konnte. "Wäldler Wasser ist "weich": Der Härtegrad liegt zwischen 18 und 22 französischen Grad", so Meier. In guten Zeiten sei die Wasserqualität so gut, dass man das Rohwasser trinken könnte.

Rasten auf dem "Kamor-Bänkli" oberhalb des Landgasthofs Hirschen

Zmittag in der "Linde"

Vorbei am hufeisenförmigen Haus des "Panama-Sondereggers" und am "Kamor-Bänkli", von wo aus Hans Hohl auf die umliegenden Hügelzüge und Berge wies, ging es nun auf aussichtsreichem Weg der "Säge" zu. Dort habe es früher öfters mal Streit gegeben, da die Gegensätze in der Bevölkerung gross und die Häuser überbelegt waren. Zeitweise kam ein einziger Lehrer auf sage und schreibe 72 Schulkinder.

Langsam regte sich bei den Sommeraktiönlern nun der Hunger. Nachdem Brigitte Steffen, die Wirtin des Restaurants Linde in der "Säge", schon vor Beginn der Wanderung Bestellung aufgenommen hatte, war ein feiner Zmittag beim Eintreffen der hungrigen Wanderer im Nu auf dem Tisch - ein schöner Ausklang für die zweitletzte Sommeraktion dieses Jahres.

"Wald: Ein schönes Flecklein Erde" - Das aufzuzeigen ist Hans Hohl wohl gelungen...


Ein Wäldler durch und durch

Wanderleiter Hans Hohl hat seiner Wohngemeinde in unzähligen Funktionen gedient

WALD. Hans Hohl kennt seine Gemeinde Wald wie kaum ein Zweiter; in unzähligen Funktionen hat er ihr gedient. Sein letztes öffentliches Amt, jenes des Totengräbers, gibt er Ende dieses fahr ab.

Er war unschwer als Wanderleiter zu erkennen: Hans Hohl mit der Mappe und den Notizen anhand derer er die ´Auge uufª-Gruppe über Interessantes über seine Wohngemeinde informierte. Es machte ihm Freude - und den Sommeraktiönlern auch. Bald viermal 20 Jahre alt sei er und in der Höchi in Wald als Bauernbub aufgewachsen, erzählt Hans Hohl. Bereits mit 23 Jahren übernahm er den Landwirtschaftsbetrieb des Vaters, diesen führte er bis ins Jahr 1973, um ihn dann seinem Sohn zu übergeben. Hans Hohl zügelte dann ins Unterdorf und hilft noch bis heute in der Landwirtschaft mit. Für eine Aufzählung, wo überall Hans Hohl der Öffentlichkeit gedient hat, reicht der Platz nicht aus. Er war 16 Jahre lang Gemeinderat, verantwortlich u. a. für die Wasserversorgung, inklusive Ablesen und Rechnungsstellung wie er sich erinnert. Er übernahm aber auch Vormundschaften und war bei der Vieh- und der Volkszählung engagiert. (jbü)


Eine Farm amerikanischer Art in der appenzellischen Landschaft

Die "Auge uuf"-Wandergruppe staunte nicht wenig, als sie auf dem Weg vom Scheidweg in Richtung St. Anton bei der Liegenschaft "Zur Tanne" vorbei kam. Diese gleicht mit ihrer u-förmigen Anordnung der Gebäude eher einer amerikanischen Farm als einem appenzellischen Bauernhof. In der Mitte der Stall (im Volksmund Panamastall) und an den beiden Ende sind zwei Wohnhäuser angebaut; das eine ist im Originalstil erhalten, das andere wurde vor 50 Jahren renoviert. Erbaut wurde "Zur Tanne" 1890 vom Heidler Ingenieur Conrad Sonderegger; wegen seiner Mitarbeit beim Bau des Panamakanals war er als Panama-Sondereger bekannt. Im Jahre 1912 erwarb Konrad Graf die landwirtschaftliche Liegenschaft "Zur Tanne". Heute wohnen Anni und Hans Konrad Graf, er wurde 1934 hier geboren, im umgebauten Haus. Die Original-Panamawohnung wird von der vierten und fünften Generation der Grafs bewohnt. Erbauer Conrad Sondereger hat selber nie hier oben gewohnt, er soll den Betrieb seinen Angestellten überlassen haben. Hie und da soll er hoch zu Ross gekommen sein, um zum Rechten zu sehen. (jbü)

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