Welche Zukunft hat Wald ?


Ein Interview mit Gemeindepräsident Jakob Egli

Wie sind Sie selber nach Wald gekommen ?

Als Leiter einer Institution für Behinderte mit Wohnsitz im zürcherischen Fehraltdorf habe ich nach räumlichen Perspektiven gesucht. Im "TagesAnzeiger" fand ich ein Inserat für ein "barockes Appenzellerhaus in Wald mit 13 Zimmern" (das Haus des ehemaligen "Ochsen" - die Red.). Ich habe es mir angeguckt und mich in das Haus verliebt. Meine Familie teilte diesen Eindruck, und so kaufte ich das Haus. Für das Heim fand sich eine andere Lösung - und so haben meine Familie und ich nach einem Probewohnen beschlossen, das Haus privat zu beziehen. Offizieller Einzug war am 1. August 1997.

Wie erklären Sie heute einem Fremden, warum Sie gerade in Wald leben ? Was ist das Besondere ?

Zunächst natürlich die direkte Umgebung: Das Haus, in dem wir mit drei Generationen leben können. Der Brunnen und die Kastanie davor. Dann aber vor allem das, was ich als Dorfgemeinschaft erlebe. Wald ist mehr als eine Verwaltungseinheit oder eine blosse Ansammlung von Häusern. Es ist noch eine soziale Gemeinschaft, und das brauche ich um mich herum.

Wie äussert sich diese Dorfgemeinschaft ?

Zunächst in der Existenz von Orten, wo man sich trifft. Laden, Post, Bank, aber auch das Gemeindehaus und die Beizen. Wichtig ist mir aber auch das vielfältige Vereinsleben. Und Anlässe, an denen man sich begegnet, wie die Feier am ersten August oder die Ostermontagsfeier.

Was unterscheidet Wald von anderen Orten ?

Ich freue mich über unsere Eigenheiten: Ausländerstimmrecht. Eigene Wasserquellen. Die Frauenmehrheit im Gemeinderat. Wald ist wirklich noch ein überschaubarer Lebensraum, in dem man sich sicher und geborgen fühlen kann.

Hatten Sie als Neuzugezogener Probleme, von den Einheimischen aufgenommen und akzeptiert zu werden ?

Nein. Ich habe das Dorf als phänomenal offen erlebt, und gleichzeitig traditionsbewusst und mit einer gesunden Verwurzelung. Diese Mischung finde ich gut. Und natürlich muss man selber etwas tun. Ich habe mich z.B. für das Mitmachen in einer Arbeitsgruppe gemeldet. Und so bin ich dann im Jahr 2001 auch ins Gemeindepräsidium gestolpert...

Wieso gestolpert ?

Nun, das wäre eine eigene Geschichte... Hauptsache, das Amt macht mir Freude.

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