News

Trottoir und Schulwegsicherheit

Strassensanierung Abschnitt Spitz bis Sportplatz

Das kantonale Tiefbauamt hat uns mitgeteilt, dass der Streckenabschnitt Spitz bis Sportplatz auf der Kantonsstrasse Nr. 53 (Haggenstrasse) definitiv nächstes Jahr saniert wird, weshalb der Gemeinderat an seiner Sitzung vom 16.8.2021 den Entscheid ‹Trottoir ja oder nein?› fällen musste. Nachdem in der WANZE Nr. 2 und an der öffentlichen Versammlung vom 9.2.2021 darüber informiert worden war, wurde eine konsultative Umfrage bei der Bevölkerung bezüglich des Einbaus eines Trottoirs durchgeführt, das bekanntlich mit 15 Nein- gegen 10 Ja-Stimmen abgelehnt wurde (siehe WANZE Nr. 10). Teilweise wurde das Ja geknüpft an den gleichzeitigen Ausbau des Trottoirs auf der Strecke Dorf bis Spitz.

Der Gemeinderat hat nun entschieden, für den projektierten Streckenabschnitt kein Trottoir einzuplanen, und zwar aus verschiedenen Gründen: Fr. 315'000 (anstatt Fr. 90'000) sind in Anbetracht anderer baulicher Notwendigkeiten (Gemeindekanzlei, Sanierung Kirchturm, von dem Mauerteile auf den Friedhof hinunterfallen, usw.) finanziell nicht tragbar. Ausserdem fällt ein Trottoir nach dessen Bau ins Eigentum der Gemeinde, die für dessen Unterhalt allein zuständig wird (Winterdienst, Reparaturen, usw.). Die Nutzung der Waldschule im Obergaden erfolgt via Schulbus, der Schulweg verläuft via Töbeli, und die Nutzung des Sportplatzes durch die Schule ist eher spärlich. Auch wenn nun kein Trottoir gebaut wird, erhöht sich die Sicherheit auf dem Streckenabschnitt markant, nämlich durch die Verbreiterung der Fahrbreite und das 50 cm breite Kiesbankett entlang des Strassenabschnitts. (Momentan in Abklärung steht noch eine Geschwindigkeitsbegrenzung ab Gebiet Sportplatz auf 60 km/h.)

Am 1.3.2021 wurden das Tiefbauamt AR und der Gemeinderat von ‹Eltern und Anwohnern an der Strasse Dorf–Oberdorf–Spitz› mit einem von 8 Personen unterschriebenen Brief ersucht, Massnahmen zu treffen zur Erhöhung der Sicherheit auf diesem Schulweg, z.B. durch «intelligente Bodenmarkierungen» und eine «sinnvolle Geschwindigkeitsbegrenzung». Nach Durchführung diverser Abklärungen konnte die Technische Kommission u.a. wie folgt antworten:

  • Ein Trottoir auf dieser Strecke (= jetziger auf 60 km/h beschränkter Abschnitt) müsste talseitig verlaufen und wäre u.a. wegen einer erforderlichen Stützmauer mit hohen Kosten verbunden, die vollständig von der Gemeinde getragen werden müssten, weil eine zeitgleich zu erfolgende Verbreiterung der Strasse (wie im neuen Projekt) aufgrund der Besitzverhältnisse links und rechts der Strasse kaum umsetzbar ist.
  • Diese Strecke ist gerade und übersichtlich. Mit einer entsprechenden Verkehrserziehung durch die Eltern lernen die Kinder, auf der Talseite zu gehen, und zwar in beiden Richtungen. Beobachtungen und Gespräche mit einigen ‹Kindergärtlern› haben ergeben, dass die Kinder offenbar gut instruiert wurden und sich dessen bewusst sind und sich auch an die Vorgaben halten.
  • Da die Strecke übersichtlich ist, können sich die motorisierten Verkehrsteilnehmer entsprechend frühzeitig auf etwaige Fussgänger/Kinder einstellen und entsprechende Vorsicht walten lassen.
  • Die Einrichtung einer 30er-Zone ist auf dieser Strecke (Kantonsstrasse) nicht möglich (vgl. den Artikel «Bundesrecht bremst Tempo 30 aus» in der Appenzeller Zeitung vom 5.8.2021; Interview mit dem stv. Kantonsingenieur Urs Kast). Ebenfalls nicht möglich ist das Aufmalen einer Zone für Fussgänger oder ein Streifen für die Velofahrer (die Strasse ist zu wenig breit).

 

Verschiebung der 50er Tempotafel

Aufgrund der erklärten beschränkten Möglichkeiten hat der Gemeinderat die Verschiebung der Ortsbegrenzungstafel (50er-Tafel) dorfauswärts zum Standort der jetzigen 60er-Begrenzungstafel beschlossen. Er nimmt dabei in Kauf, dass zukünftig Kosten vom Kanton an die Gemeinde übergehen werden. Mit dieser Massnahme wird eine Verlangsamung des Verkehrs, mit entsprechend verkürztem Bremsweg erzielt.

Der Gemeinderat ist überzeugt, dass mit seinen Beschlüssen das Bestmögliche zur Verbesserung der Sicherheit auf diesem Schulweg erreicht werden kann.

Christian Frehner, Gemeinderat